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Das erste Global Goals Zukunftscamp in Frankfurt

Am 09.November startete das Global Goals mit dem Zukunftscamp im Social Impact Lab Frankfurt. Über 70 Sozialunternehmer*innen, Expert*innen aus der Wohlfahrt und der Wirtschaft und Studierende arbeiteten dort gemeinsam an Lösungen für die aktuellen Herausforderungen unserer Gesellschaft. Angelehnt an die 17 UN-Entwicklungsziele widmete sich das Global Goals Zukunftscamp den Fokusthemen »Nachbarschaften stärken«, »Bildung fördern« und »Inklusion ermöglichen«.

„Gedisse Winge dürfen nicht unter den Teppich gekehrt werden“

Nach einer kurzen Begrüßung und Einführung durch Norbert Kunz, den Geschäftsführer von Social Impact übernahm Lasse Samström von den Kiezpoeten mit einem wortgewaltigen und kreativen Poetry Slam die Bühne:

„Ein gesundes Wartschaftswichstum
Oder die Abwendung der
Karmaklitastrophe?
Nur breite Fildung für alle ist wahre
Bleichgerechtigung
Wir müssen bessere Fege winden
We must wind a fetter bay
Sprüher oder Väter kuss das in die Möpfe rein
Besser näht als spie! Denn es ist spie zu näht.“

Weg vom IQ und hin zum WeQ

Im World-Café Modus wurde an insgesamt sechs Thementischen zu den genannten Fokusthemen sowie zu »Collective Impact«, »Impact Finance« und »Impact Partnerships« gearbeitet. Zudem wurden alle Gruppen von ausgewählten Expert*innen zur Materie unterstützt.

„Genau darum geht es uns: Menschen und Ideen zusammenzubringen. Die Deutsche Bank setzt sich für die UN-Entwicklungsziele ein und unterstützt Sozialunternehmen, die dasselbe tun,“ erklärt Alexander Gallas, Leiter Soziale Verantwortung Deutschland, Deutsche Bank.

Wie sieht die Bildung der Zukunft aus?; Was stärkt Nachbarschaften?: Wie gestalten wir eine barrierefreie Gesellschaft? Mit diesen und anderen spannenden Fragen gingen die Teilnehmer*innen in angeregte und ergebnisorientierte Diskussionsrunden.

Inklusion geht jeden etwas an

In der Gruppe entsteht der Konsens, dass endlich mehr Bewusstsein und Sensibilität für das Thema Inklusion geschaffen werden muss und vor allem jeder selbst damit beginnen sollte ein gutes Vorbild zu sein. Der erste Schritt wäre schon getan, wenn wir beginnen würden umzudenken. Denn die größten Barrieren befinden sich immer noch in unseren Köpfen.

Manfred Rademacher von Enterability gibt zum Beispiel zu bedenken:

„Kinder nehmen Unterschiede nicht so stark wahr wie Erwachsene. Nach der Schule stoßen sie auf die harte Arbeitswelt und verzweifeln dann an der fehlenden Inklusion.“

Nachbarn, wer ist das eigentlich?

Wir stellen fest: auch in Nachbarschaften finden wir Barrieren, die uns an Begegnungen miteinander hindern. Nachbarn sind nicht nur Menschen, die Tür an Tür nebeneinander wohnen, sondern auch Schulen, Organisationen und Kommunen. Während in der Vergangenheit klassischerweise Kirchen und Märkte als Begegnungsorte dienten, ist es zu unserer gegenwärtigen Aufgabe geworden neue Orte zu schaffen, die nachbarschaftliche Herausforderungen wie verschiedene kulturelle Hintergründe, Klassen und Generationen miteinander zu vereinen.

Plattformen wie nebenan.de oder Tausche Bildung für Wohnen können hilfreich sein, um solche Herausforderungen zu meistern. Die Online Community sei dabei einfach nur ein Werkzeug für die Kontaktaufnahme, so Ina von nebenan.de. „Die wirkliche Begegnung findet jedoch im richtigen Leben statt!“

Begegnungen auf gemeinsamer Augenhöhe sind unglaublich wichtig

Aber auch die harten Fakten zu Kooperationen, Finanzierung und Partnerschaften sind für Sozialgründer*innen genauso relevant wie für alle anderen Unternehmer*innen. Wie komme ich eigentlich an Fördergelder? Gibt es überhaupt passende Partnerschaften für meine Idee? Wie viel Mitspracherecht möchten meine Geldgeber und wieviel kann ich abgeben ohne meine Mission zu verlieren?

Friederike Schönhuth von der Agentur Red Pony gibt hierbei zu bedenken, dass es viel mehr Geld gibt, als letzten Endes ausgegeben wird und es wird schnell klar, dass so eine Partnerschaft weitaus mehr ist, als nur eine finanzielle Transaktion. Es ist an der Zeit eine gemeinsame Sprache zwischen Non- und For-Profits zu finden, um die kulturellen Unterschiede zu überwinden und Brücken zu bauen. Wir hoffen, dass das Global Goals Lab genau diese Verbindungen entstehen und wachsen lässt.

Visuelles Denken als Brücke zwischen Theorie und Praxis

Während der ganzen Zeit hielt unsere Kollegin Angelina Probst den Prozess des Tages und alle wichtigen Aussagen und Ergebnisse auf einer großen Wand als Graphic Recording fest. Eine wirklich eindrucksvolle Art die vielen komplexen Inhalte in Bild und Text lebendig und verständlich zu dokumentieren.

Wir freuen uns schon auf die kommende Woche und die 4-tägige Global Goals Challenge in Beelitz bei Berlin. Hier haben acht ausgewählte Sozialunternehmen die Möglichkeit ihre Geschäftsmodelle um entscheidende Schritte weiterzuentwickeln. Unterstützt werden sie hierbei von Mitarbeiter*innen der Deutschen Bank, Student*innen sowie Expert*innen aus Wohlfahrt und Wirtschaft.

Karoline Spring, Social Media Managerin