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Unsere Global Goals für das zweite Jahr

Während sich unsere Challenge und der Wirkungsfonds im letzten Durchgang den Themen Inklusion, Nachbarschaft und Bildung widmeten, haben wir auch für die kommende Kohorte wieder einen Fokus auf zwei besondere Ziele für nachhaltige Entwicklung gesetzt: Ziel 12 „Nachhaltige/r Konsum und Produktion“ und Ziel 13 „Maßnahmen zum Klimaschutz“.

Angesichts der derzeitigen, politischen Diskussionen um die Verantwortung Europas für den Großteil des Plastikmülls und der vielen politischen Streitigkeiten zu Handelsbelangen sind dies zwei äußerst aktuelle Absichten der Agenda 2030 auf welche wir hier genauer eingehen möchten.

Für nachhaltigen Konsum und nachhaltige Produktionsmuster sorgen

Die zwei Zielstellungen in Goal 12 bewirken einander direkt. Denn nachhaltiger Konsum beeinflusst alle Phasen der Wertschöpfungskette. Aber was bedeutet nachhaltiger Konsum? Hierbei geht es vor allem um eine reflektierte Lebensweise immer mit dem Blick auf Umwelt- und soziale Aspekte, sowie die Nutzung und Leistung von Produkten. Die Frage nach dem tatsächlichen Bedarf und der von Werbung hervorgerufenen Konsumlust kann ein erster Ansatz sein.

Ein Zitat des Umweltschützers und Autors Paul Hawken verdeutlicht den längst überfälligen Wandel:

„Wir können ebensogut eine Wirtschaft haben, die darauf ausgerichtet ist, die Zukunft zu retten, statt sie zu stehlen. “

Paul Hawken, 2009

International geltende Regeln für Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutz sind für die Umsetzung dieses Ziels dringend notwendig. Die größte Herausforderung dürfte jedoch sein, dass Bewusstsein möglichst vieler Politiker*innen und international operierender Konzerne zu ändern. Insbesondere die unternehmerische Verantwortung für die Mitarbeiter*innen, Kund*innen, die Umwelt und das wirtschaftliche Umfeld muss wachsen.

Ein bekanntes Beispiel sind die langen Lieferketten von preiswerter Kleidung und die unmenschlichen Arbeitsbedingungen in den Produktionsländern. Die Bundesregierung machte des Thema „Lieferketten“ im Jahr 2015 sogar zu einem Schwerpunkt der deutschen G7-Präsidentschaft. Trotzdem häufen sich die Berichte zu Umweltverschmutzungen rund um Produktionsstätten von Bekleidung in den Medien. Der Einsturz des Fabrikgebäudes Rana Plaza im April 2013 in Bangladesch ist nur eines von vielen Negativbeispielen .

Denn auch der faire Handel ist ein wichtiger Punkt im Bezug auf das Ziel 12. Wir sind es gewohnt, alle Waren für einen günstigen Preis im Supermarkt zu erhalten und kaum darüber nachzudenken unter welchen Umständen diese in die Auslagen kamen. Lebensmittelretterläden, die Zerowaste-Bewegung und nicht zuletzt auch Handelssiegel für mehr Fairness zeigen, dass ein stetiger Wandel in den Köpfen der Menschen begonnen hat.

Umgehend Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen ergreifen

In der Agenda 2030 wird das Thema Klimaschutz groß geschrieben und viele der Ziele zahlen auf diesen ein oder sind damit verbunden, wie bereits bei der Erläuterung von Ziel 12 erwähnt wurde.

Die Demonstrant*innen der Fridays for Future – Bewegung mahnen mit ihren Aktionen davor, dass wir die natürlichen Grenzen unseres Planeten bereits zu weit überschritten haben und unsere Konsum- und Verhaltensgewohnheiten endlich ändern müssen, um die Zukunft des Planeten zu erhalten.

Die Erde wird im Zukunftsvertrag als gemeinsames Zuhause bezeichnet, welches es zu erhalten gilt. Denn von den direkten Folgen, wie zum Beispiel Wasserknappheit, Dürrekrisen oder Überschwemmungen sind zumeist arme Menschen in Entwicklungsländern bedroht, statt derer, welche die größte Umweltverschmutzung verursachen.

Berechnungen zeigen, dass sich die Weltbevölkerung bis ins Jahr 2050 ungefähr auf knapp 10 Mrd. Menschen erhöhen wird, während gleichzeitig der Lebensstandard und die Treibhausgasemissionen pro Kopf ansteigen.

Die langfristige Umstellung hin zu umweltfreundlicher Energiegewinnung und Fortbewegung mit möglichst geringem Kohlendioxid- und Kohlenmonoxidausstoß ist diesbezüglich eine unumgängliche Maßnahme.

„Was ihr tut oder nicht tut wird mein ganzes Leben bestimmen und das meiner Kinder und Enkel.“

Greta Thunberg, Interview Huffington Post, 2018

In den vielen Reden und Interviews der Klimaschutzaktivistin Greta Thunberg betont diese, welch große Verantwortung wir tragen, was für Herausforderungen wir gegenüberstehen und wie knapp die Zeit für einen Verhaltenswandel ist. Hiermit spricht sie nicht nur vielen jungen Menschen, sondern auch Wissenschaftler*innen aus der Seele, welche schon jahrelang vor Katastrophen und der Erderwärmung warnen. Angesichts dessen erscheint es geradezu absurd, wenn die USA beim Gipfel der G20-Staaten in Osaka 2019 die Abschlusserklärung als ausschließlichen Vorteil für andere Länder ansehen. Dabei sieht das gemeinsame Abkommen vor, Maßnahmen zu ergreifen um den Anstieg der globalen Temperatur um weniger als zwei Grad abzubremsen oder gar zu stoppen. Der gemeinsame Vorteil für alle Bewohner der Erde sollte beim Thema Klimaschutz klar auf der Hand liegen.

Bereits im September diesen Jahres wird sich der Climate Action Summit mit dem Kern dieser Thematik auseinandersetzen: Den Sektoren, welche die meisten Emissionen erzeugen und den führenden Partner*innen, welche die Klimaschutzmaßnahmen umsetzen.

Lösungswege für eine bessere Zukunft

Neben verantwortungsbewusster Politik sehen wir innovative Ansätze von jungen Entrepreneur*innen als besonders wirkungsvoll an. Genau hier wollen wir mit unserem Programm ansetzen und dieses Engagement fördern. Noch in diesem Monat öffnen wir die Bewerbung für soziale Startups und Initiativen, welche sich der Lösung der oben beschriebenen Probleme widmen. Ob ein Projekt fair produzierte Mode vertreibt oder Aufklärungsarbeit zum Klimaschutz mit unternehmerischen Gedanken verbindet – beides kann einen nachhaltigen Einfluss auf die Umwelt und das Netzwerk oder den/die Nutzer*innen haben und somit zur Lösung der aktuellen Herausforderungen beitragen.

Nutzt Eure Chance und bewerbt Euch!

Wir freuen uns ab Montag nächster Woche auf viele innovative Einreichungen und eine spannende Votingphase.

Autorin
Karoline Spring, Social Media Managerin

Quellen:

http://www.bmz.de/de/themen/Unternehmerische_Verantwortung/index.html

https://www.bmu.de/themen/wirtschaft-produkte-ressourcen-tourismus/produkte-und-konsum/nachhaltiger-konsum/#c12955

https://www.bpb.de/politik/hintergrund-aktuell/268127/textilindustrie-bangladesch

https://www.bpb.de/politik/hintergrund-aktuell/268127/textilindustrie-bangladesch

http://www.bmz.de/de/mediathek/publikationen/reihen/strategiepapiere/Strategiepapier475_06_2019.pdf

http://www.bmz.de/de/mediathek/publikationen/reihen/infobroschueren_flyer/infobroschueren/Materialie270_zukunftsvertrag.pdf

https://www.zeit.de/politik/ausland/2019-06/osaka-g20-gipfel-klima-abschlusserklaerung-pariser-abkommen

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